Über uns

1. Stadtkirche St. Martin
Von den Anfängen bis zur Reformation

Unsere Gemeinde kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Die erste Kirche unter dem Patronat des heiligen Bischofs Martin von Tours wurde Ende des 13. Jahrhunderts bald nach der Verleihung der Stadtrechte zwischen 1231 und 1255 gebaut. 1291 wird erst- mals urkundlich auf die Kirche hingewiesen.

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Blomberg nach einem Stich von Alias van Lennep 1663. 

Zusätzlich ließ der Edelherr Bernhard VII. zur Lippe 1460 eine Kapelle „Zum Heiligen Leichnam“ über einen in der Nähe der Kirche befindlichen Brunnen errichten, dessen Wasser als wundertätig galt, weil eine Bürgerin der Stadt, Alheyd Pustekoke, 45 konsekrierte Hostien stahl und aus Angst vor Entdeckung in den Brunnen warf. Schnell wurde diese Kapelle zum Zentrum einer Wallfahrt, deren Bedeutung dem Lourdes von heute gleichkam. Zur Betreuung der Pilger wurden 1468 Augustiner-Chorherren aus Möllenbeck gerufen, die bei der mittler- weile zur Kirche gewordenen Kapelle ein Kloster errichteten. Die Weihe der Wallfahrtskirche wurde 1473 vollzogen und von den Chorherren als Klosterkirche genutzt.

 

Von Päpsten, Kardinälen und Bischöfen wurden Ablässe verliehen. Ein kunstvoll gefertigter Ablaßbrief, der sich im Lippischen Landesarchiv befindet, verfehlte seine Wirkung nicht, wenn er den anwesenden Pilgern gezeigt wurde. Ein aus Blei gefertigtes Pilgerzeichen mit dem Abbild der Alheyd Pustekoke wurde zu Tausenden verkauft. Die Tatsache, daß man das Zeichen 1973 bei Ausschachtungen in Amsterdam fand, zeugt von der weiten Verbreitung der Wallfahrt.
Im Zuge der Reformation wurde der Wallfahrtsbetrieb eingestellt und die Mönche weitgehend vertrieben. Die verbliebenen Mönche solidarisierten sich mit ihrem Ordensbruder Martin Luther und legten das Ordenskleid ab. Die Klosterkirche wurde geschlossen.

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Pilgerzeichen des Augustiner-Chorherrenstiftes mit dem Bildnis der Alheyd Pustekoke, die 45 konsekrierte Hostien in den Brunnen wirft. Auf einem geschwungenen Schriftband steht die Inschrift: „Corp‘ xpi i blombh“ (corpus christi in blomberch). 

 

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Spitzovales Konventssiegel des Augustiner Chorherrenstiftes in Blomberg, 15./16. Jahrhundert.
In der Mitteltafel eines gotischen Altarbildes entsteigt Christus mit Nimbus, Dornenkrone und mit einem Schurz bekleidet aus einem sechseckigen Brunnen, unter den angewinkelten Armen hält er Rute (rechts) und Geißel (links); auf den beiden Seitentafeln befinden sich zwei kniende Engel: rechts die Dornenkrone, links die Geißelsäule haltend.
Die Unterschrift lautet: „sigillum conuentus corporis christi in blomberch“. 

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Brunnen mit dem Bronzebild der Al- heyd Pustekoke auf dem Blomberger Marktplatz, gefertigt von dem Osna- brücker Künstler Hans Gerd Ruwe.

 

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Martin Luther als Augustinermönch,
Holzschnitt von Lukas Cranach, 1520

 

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther (1483 – 1546) seine 95 Thesen zu Witten- berg. Seine neue Lehre fand recht bald Anklang bei den Menschen. Besonders bei dem freiheits- durstigen Bürgertum der Städte, das sich von der geistlichen und weltlichen Obrigkeit unabhängi- ger machen wollte, während die Landbevölke- rung weitgehend am alten Glauben und seinen überkommenen Riten festhielt. Neuerungen fan- den bei ihr wegen des Bildungsstandes - sie waren des Lesens und Schreibens nicht kundig - nur schwer Eingang. Auch in der Hansestadt Lemgo fand 1520 die Lehre Martin Luthers Gehör. Bereits 1527 erfolg- te der erste Zusammenschluß der Anhänger Martin Luthers.

 

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Der damals regierende lippische Landesherr Graf Simon V., der fest zum katholischen Glauben stand, lehnte die Reformationsbestrebungen ab. Er konnte aber nicht verhindern das die neue Lehre in Lemgo festen Fuß fassen konnte. Simon V. starb am 17. September 1536 und wurde in der Gruft der Klosterkirche in Blomberg beigesetzt. Sein letzter Wunsch war, daß seine Kinder und das Land Lippe dem alten Glauben treu bleiben sollten. Landgraf Philipp von Hessen hatte er zum Vormund seiner noch minderjährigen Söhne gemacht. Als strenge Verpflichtung hatte er Philipp auferlegt, die Söhne im katholischen Glauben zu erziehen.

 

 

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Aber Philipp hielt sich nicht an den ausdrücklichen Willen des Vaters und erzog die beiden Kinder an seinem Hof evangelisch. So wurde Bernhard, Sohn Simons V., der erste lutherische Graf von Lippe und führte das lutherische Bekenntnis im ganzen Land ein. Mit der 1538 in Cappel gegebenen Kirchenordnung war die Reformation in Lippe endgültig.

 

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Als Bernhard VIII. als erster lutherischer Graf zu Lippe 1563 stirbt, folgt ihm sein Sohn Graf Simon VI., der als Student an einer reformierten Schule in Straßburg ein glühender Anhänger der Lehre Jean Calvins (1503 – 1564) geworden war. Er führte konsequent die reformierte Lehre in Lippe ein. Diesem Druck folgte auch diesmal vor allem die Landbevölkerung nur sehr zögerlich. Am 12. Juni 1605 nahm Simon VI. mit seiner ganzen Familie in aller Öffentlichkeit am reformierten Gottesdienst in der Detmolder Pfarrkirche teil. So war der Calvinismus in Lippe grundgelegt. Lippe wurde also zweimal einem Wechsel des Glaubensbekenntnisses unterworfen.

 

Schicksal der Martinikirche

 

Die alte Martinikirche, bei der es sich um einen kleinen, einschiffigen Kirchenbau mit 2 Jochen und eingezogenem Chor handelte, wurde 1833 nach 600 jährigem Bestehen wegen Baufälligkeit abgerissen. Der heute noch zu besichtigende Turm blieb - um ein Geschoß verkürzt - erhalten.martinikirche sw

 

 

Katholische Gemeinde in Blomberg

Edikt von 1854 und Neuanfang
Nach dem landesherrlichen Edikt von 1854 durch Fürst Leopold III. zur Lippe, mit der die Gleichstellung der katholischen und lutherischen mit den reformierten Christen zugesichert wurde, konnten die ersten katholischen Gemeinden gegründet werden. Blomberg wurde seelsorglich der Pfarrei Schwalenberg zugeordnet und besaß kein eigenes Gotteshaus. Die Gottesdienste wurden in Privathäusern, Gaststätten oder während des ersten Weltkrieges im Rathaus gefeiert. Erst 1936 konnte die katholische Gemeinde eine eigene kleine Kirche, die Christuskirche am Lehmbrink, errichten.
Am 1. April 1953 wurde Blomberg eigenständige Gemeinde. Im Herbst 1954 begannen die Bauarbeiten am Pfarr- und Schwesternhaus sowie am Pfarrheim

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Innen- und Außenansicht der Christuskirche 1936/37.

 

Neubau von St. Martin 

Durch den Zuzug vieler Flüchtlinge aus dem Osten, insbesondere katholischer Schlesier, und Evakuierter aus dem Ruhrgebiet nach dem 2. Weltkrieg, erwies sich die Christuskirche bald als zu klein für die über tausend Gemeindemitglieder. 1966 wurde daher die heutige Pfarrkirche errichtet. Um die vorreformatorische Tradition der Verehrung des hl. Martin wieder aufzunehmen, wurde die neue Kirche unter dem Patronat des Bischofs von Tours gestellt. Die alte Christuskirche wurde 1969 abgerissen.

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Pfarrkirche

1. Architektur der Kirche

Kirche nach dem II. Vatikanischen Konzil (1963-1965)

Das II. Vatikanische Konzil hat der gottesdienstlichen Feier besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Es hat festgestellt, daß nicht (nur) der Priester, sondern die ganze Gemeinde die Liturgie feiert und trägt. Das mußte zwangsläufig auch Auswirkungen auf den Bau einer Kirche haben, wie sich dies deutlich in der Architektur unserer Pfarrkirche zeigt. 

Kirche in der Sprache unserer Zeit

Unsere Kirche, die der Architekt Otto Weicken aus Unna mit 450 Sitzplätzen entwarf, gleicht einem Zelt, das Sinnbild für die vorläufige Unterkunft des wandernden Gottesvolkes auf Erden ist. Das Satteldach spannt sich wie eine gewaltige Zeltplane über den kreuzförmigen Kirchbau. Als Zeichen der Gegenwart Christi in seiner Gemeinde bildet der Altar mit dem darüber hängenden Kreuz das Zentrum des gottesdienstlichen Raumes, um das sich die Gemeinde als das neue Bundesvolk versammelt. Dahinter befindet sich Ambo und Tabernakel je links und rechts auf gleicher Achse. Zeichen für die Gegenwärtigkeit des Wortes Gottes und der Eucharistie. Im Chorraum stehen die Sedilien (Sitze) für den Priester und seine Assistenz.

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2. Innenraum der Kirche

Altar, Tabernakel, Ambo und Taufbecken

Der Unnaer Künstler Baron schuf Altar, Tabernakel, Ambo und Taufbecken – alle- samt aus Anröchter Dolomitstein. Die Tabernakelstele zeigt das Motiv des brennenden Dornbuschs (Ex 3, 2). Die Bronzeabdeckeung der Taufmulde stellt Jonas dar, der dem Walfisch entsteigt. Der vom Wal verschlungene Jonas gilt typologisch als Vorbild der Grablegung Christi, seine Rettung aus dessen Magen als das der Auferstehung. Von Baron stammen auch der Osterleuchter, sowie die vier großen Altarleuchter und die Ewig-Licht-Leuchte in Bronzeguß. 

Der Priestersitz an der Chorwand ist wie das übrige Mobilar und der Beichtstuhl aus grau gebeiztem Eichenholz in einfachen Formen gefertigt. Die Kirchenbänke bestehen aus Stahlgestellen mit aufgelegten Bohlen aus Brasilkiefer.


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Altarkreuz

Von den schlicht gehaltenen weißen Wänden, die im Chorabschluß ihren höchsten Punkt erreichen, hebt sich über dem Altar ein in Holz und Bronze gearbeitetes Hängekreuz mit der Darstellung Christi als triumphieren- des Opferlamm ab. In den Kreuzenden erscheinen die Symbole der vier Evangelisten: oben der Adler für Johan- nes, unten der Engel für Matthäus, links der Opferstier für Lukas und rechts der Löwe für Markus. Auf der Rückseite des Kreuzes ist der leidende Christus zu sehen, darüber die Kreuzinschrift INRI (Jesus von Nazareth – König der Juden).

 

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Osterleuchter

Der bronzene Osterleuchter stellt mit sechzehn Blättern den Lebensbaum dar. Die zwölf Lapis-Steine symbolisieren das alt- und neutesta- mentliche Bundesvolk. Nach oben hin schmücken acht Bergkristalle den Leuchter wie eine Krone.

 

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Marienfigur

Die Marienfigur stammt aus der Christuskirche von 1936. Maria hält ihren Sohn empor, der einen Plamzweig als Siegeszeichen in der rechten Hand hält. Die Lindenholz geschnitzte Statue aus Oberammergau wurde 1993 restauriert und farbig lasiert.
Die drei Stelen aus Anröchter Dolomit und der Ständer für die Marienkerze und die Opferlichter aus Bronze sind Arbeiten der Gebrüder Michael und Christoph Winkelmann aus Möhnesee-Günne.

 

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Herz-Jesu-Figur

Die Herz-Jesu-Figur ist auch eine Oberammergauer Schnitzarbeit im Stile des 19. Jahrhunderts. Sie wurde ebenfalls 1993 restauriert und farbig lasiert.

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Apostelleuchter

Die 12 Apostelleuchter umgeben den ganzen Kirchenraum. Sie stehen sinnbildlich für die Apostel als Säulen der Kirche.

Kreuzweg

Zur weiteren Kirchenausstattung zählen 14 Kreuzwegmedaillons aus dem Jahre 1939, die der Aachener Domgoldschmied Witte in Treibarbeit kunstvoll gestaltet hat. Sie wurden 1992 von den Gebrüdern Winkelmann restauriert.

Martinsrelief

Der Bildhauer Christoph Winkelmann aus Möhnesee-Günne schnitzte 1991 das über dem Grundstein hängende Eichenrelief, das Szenen aus dem Leben des hl. Martin von Tours, des Patrons und Schutzherrn unserer Kirche und Gemeinde darstellt. Das Relief wurde in Form eines Kreuzes gestaltet und zeigt die Geschichte des hl. Martin von der Mantelteilung vor dem Stadttor von Amiens, sein zurückgezogenes Leben in der Einsiedelei bis hin zu seiner Wahl als Bischof von Tours.

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Grundstein

Der Grundstein unter dem Relief bezieht sich mit seiner Inschrift „Liebe teilt“ auf die barmherzige Tat des hl. Martin vor dem Stadttor von Amiens.

Glasfenster

Die großen, wabenförmigen Verglasungen der Westwand und die farbigen Querhausfenster fertigte die Glaserei Otto Peters aus Paderborn nach Entwürfen des Künstlers Wilhelm Buschulte aus Unna an. Buschulte griff auf die christliche Typologie zurück und gestaltete die biblischen Szenen in moderner Abstraktion. Die Heilsgeschichte Gottes ist in folgenden Glasmalereien festgehalten:

 

glasfenster

Die Fenster auf der Beichtstuhlseite stellen folgende Szenen dar: Abendmahl;

Verleugnung durch Petrus, Verspottung Jesu und Kreuzigung; Drei Frauen am Grab.

 

Das Fenster an der Sakristeiseite zeigt folgende Szenen:
Kain erschlägt seinen Bruder Abel;
Abraham soll seinen Sohn Isaak opfern;
Turmbau zu Babel;
Tanz um das Goldene Kalb;
Zwei Männer mit der Traube bzw. Josua und Kaleb;
Verkündigung an Maria;
Begegnung zwischen Maria und Elisabeth;
Josefs Traum.

 

Abendmahl

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Eingeladen in die Jesus–Runde

Jesus bildet die Mitte der zwölf Apostel, zugleich aber ist er unter ihnen, eingereiht in den Kreis, formt als das entscheidende Glied der Kette die Apostel zu einer Einheit zusammen. Er ist über ihnen, unter ihnen, zwischen ihnen und mit ihnen zugleich. Er zieht sie an sich und bleibt ihnen zugleich entzogen. Das macht sein Geheimnis aus. Fast scheint es auch, als wolle Christus heraustreten aus dem Kreis. Er sagt: "Im eucharistischen Mahl, in Brot und Wein, bin ich weiter bei euch, auch wenn ich nicht mehr menschlich anwesend bin." So verheißt dieses Bild dem Betrachter. Es nimmt ihn gleichsam mit in die Jesus-Runde hinein, läßt ihn in seiner Vorstellung Teil dieser Gemeinschaft werden.

 

Den Blick nach draußen richten
Auch die Apostel sind, bis auf den schielenden Blick des Petrus und den geneigten Kopf des Lieblingsjüngers, seltsamerweise nicht auf Jesus hin ausgerichtet. Die eucharistische Gemeinschaft mit Jesus ist kein exklusives Geschehen, sie soll sich einladend öffnen für alle, die des Weges kommen. Eine fast unordentliche dynamische Vielfalt fügt sich doch harmonisch zu einer Art Jünger-Puzzle zusammen.

 

Orgel
1977 wurde die alte Orgel aus den sechziger Jahren durch eine größere ersetzt, die – aus- gestattet mit 24 Registern auf zwei Manualen und Pedal – die Weite des Kirchenraumes mit ihrem Klang erfüllt. Es handelt sich hierbei um eine mechanisch gesteuerte Schleifladenorgel mit elektrischer Registratur, ein Werk des Orgelbaumeisters Siegfried Sauer aus Höxter-Ottbergen.

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Glocken

Im freistehenden Glockenturm hängen fünf Bronzeglocken, die ein klangvolles Geläut ergeben:

 

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Maria – Hilfe der Christen
Martin – Freuet euch mit mir
Franziskus – Sühnet mit mir
Joseph – Trauert mit mir
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Bronze 1939
Bronze 1958
Bronze 1969
Bronze 1969
Bronze 1969

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Weihnachtskrippe

Vorwort

Religiöse Vorstellung und reale Welt gehen in unserer Weihnachtskrippe ineinander über. 
Man steht vor einer nachempfundenen Landschaft, in deren Hintergrund die Silhouette der alten Stadt Blomberg gemalt ist. Die Landschaft ist zweifach geteilt: der Ort der Hirtenverkündigung mit dem Engel und der Ort der Geburt mit dem leuchtenden Stern.
Insgesamt betrachtet handelt es sich bei dieser Krippe um eine eindrucksvolle Darstellung der Menschwerdung Gottes. Hier finden wir den Stall, Maria und Josef, das Kind in Windeln, Ochs und Esel, den Engel, die Hirten und die Magier.
Jeder dieser aus Lindenholz geschnitzten und farbig lasierten Figuren hält für uns eine Botschaft bereit.

 

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Verkündigung

Maria, du junge Frau aus Nazareth, du hast JA gesagt zur Botschaft des Engels. Du hast dein Herz dem geöffnet, der in dir Mensch werden wollte. Du hast dein JA gewagt, ohne nach jede Absicherung und ohne nach dem Warum zu fragen. Du hast deine leeren Hände hingehalten, damit sie Gott mit dem JA deiner Hingabe füllen konnte. Dein Herz war bereit, sich dem, der das große Geheimnis der Liebe in dir vollziehen wollte, ganz zu schenken. Dein JA war der Beginn einer neuen Zeit, die Geburtsstunde des Lichtes und der Anfang der Erlösung.

 

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Geburt

In einem ärmlichen Stall wird der geboren, dessen Liebe uns reich macht. Die Krippe nimmt den auf, den wir Menschen abgewiesen haben. In der Armut des Stalles wird die Grösse Gottes offenbar. Das Stroh für die Tiere schenkt Wärme in der Kälte der Nacht, in der Kälte der Zeit. Maria und Josef, sie staunen, sie schweigen und beten an. Sie wissen im tiefsten ihres Herzens, dass die Geburt dieses Kindes ein Neuanfang Gottes mit den Menschen ist.

Hirten

Die Hirten auf dem Feld haben die Geburt des Erlösers gesehen. Sie schauten ein großes Licht mitten in der Nacht. Sie hörten die Stimmen der Engel mitten im Schweigen. Sie erfuhren Freude mitten in ihrer Angst. Sie gaben alles mitten in ihrer Armut. Denn sie fanden ein Zeichen, das man leicht übersehen konnte: Gott in unserer Welt, als Kind in der Krippe: Jesus. Und sie gingen zurück in den Alltag und erzählten, was sie gesehen hatten und glaubten. Schauen auch wir – beten an – kehren in unseren Alltag zurück und erzählen es weiter: Das Geheimnis der Liebe, ein Kind im Stall, geboren für uns.

 

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Magier

Magier, Könige, Sterndeuter, Weisen aus dem Morgenland - so nennen wir sie.
Sie sahen das Zeichen und machten sich auf den Weg.
Ungewiß war der Weg, aber sie kamen ans Ziel. Sie folgten dem Stern. Sie glaubten der Verheißung und fanden ihn in unscheinbaren Zeichen, in einem Kind, das in Windeln gewickelt und in einer Krippe lag.
Sie staunten, fielen nieder und beteten es an.
Und sie zogen auf einem anderen Weg in ihr Land zurück, weil Gott es ihnen so eingab. Menschen wie du und ich. Auf der Suche. Unterwegs. Dem Stern folgend. Das Ziel in ihrem Herzen.

 

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Martin von Tours

Martin war der Sohn eines heidnisch-römischen Tribuns. Er wurde in Pavia, der Heimatstadt des Vaters, christlich erzogen und im Alter von 10 Jahren in die Gruppe der Katechumenen - der Taufbewerber - aufgenommen. Mit 15 Jahren mußte er auf Wunsch des Vaters in den Soldatendienst bei einer römischen Reiterabteilung in Gallien eintreten, schied aber mit 18 Jahren aus, weil Christsein und Militärdienst sich nicht vereinbaren ließen. Er wurde von Hilarius, dem späteren Bischof von Poitiers, getauft. Zuvor geschah nach der Legende, was Martin weltberühmt machte: Martin begegnete am Stadttor von Amiens als Soldat hoch zu Roß einem frierenden Bettler, ihm schenkte er die mit dem Schwert geteilte Hälfte seines Mantels; in der folgenden Nacht erschien ihm dann Christus im Traum mit dem Mantelstück bekleidet: er war es, der Martin als Bettler prüfte. 
Nach seiner Entlassung aus dem römischen Heer kehrte Martin nach Pannonien - der damaligen römischen Provinz im heutigen Ungarn - zurück; er wollte dort missionieren und taufte zuerst seine Mutter. In den Streitigkeiten um den Arianismus wurde Martin wieder ausgewiesen und zog sich nach mancherlei Wundern und Abenteuern über Mailand, wo ihm Ambrosius begegnet sein mag, auf die kleine Insel Gallinaria vor Albenga im Golf von Genua zurück. Er führt ein Einsiedlerleben, bis ihn Bischof Hilarius 360 nach Poitiers zurückrief. Martin errichtete in Ligugé in der Nähe von Poitiers 361 eine Einsiedlerzelle, aus der das erste Kloster Galliens wuchs. 
Martin wurde 371 auf Drängen des Volkes Bischof von Tours, trotz Vorbehalten seitens des Klerus und gegen seinen Willen. Die Legende berichtet, er habe sich in einem Stall versteckt, um der Wahl zu entgehen, doch hätten ihn die Gänse durch ihr Schnattern verraten. Der volkstümliche Brauch der Martinsgans, die man vielerorts zum Martinsfest verzehrt, rührt wohl von dieser Geschichte her. Andere Überlieferung berichtet: als Martin als Bischof predigte, wurde er durch eine Schar schnatternder Gänse, welche in die Kirche watschelten, unterbrochen. Sie wurden gefangen genommen und zu einer Mahlzeit verarbeitet. 
Beim Volk war Martin beliebt als ein gerechter, treusorgender Bischof. Seine Missionsreisen führten ihn durch das ganze Bistum, überall kümmerte er sich um Mißstände. Auch in seinem hohen Amt verzichtete er auf alle Privilegien und zog sich in armseligen Holzhütten vor der Stadt zurück; aus dieser Einsiedelei entwickelte sich das Kloster Marmoutier, das zu einem bedeutenden religiösen Zentrum wurde. Alle Legenden betonen Martins schlichte Lebensart und demütige Haltung: Er putzte selbst seine Schuhe und saß nicht auf der bischöflichen Kathedra, sondern auf einem Bauernschemel. Als er seinen Rock einem Armen gab und der für ihn auf dem Markt neu gekaufte zu kurze Ärmel hatte, bekleideten ihn Engel während der Messe. Bei einem Mahl mit dem Kaiser ließ dieser Martin den Pokal zuerst reichen, er aber gab ihn nicht dem Kaiser zurück, sondern an seinen Priester weiter. Seine Askese brachte ihm aber immer wieder die Gegnerschaft des Klerus ein. 
Andere Legenden erzählen, wie Martin ein Kind vom Tod erweckte, einen heidnischen Baum gefällt habe, oder dass er das Blut des Märtyrers Mauritius und seiner Gefährten aufgefangen habe. 
Auf einer Missionsreise starb Martin, zu seiner Beisetzung am 11. November - daher der Gedenktag - strömte eine riesige Menschenmenge. Sein Schüler und Nachfolger als Bischof, Brictus, errichtete über seinem Grab eine Kapelle, die ein vielbesuchtes Ziel von Pilgern und fränkisches Nationalheiligtum wurde. König Chlodwig I. erklärte Martin zum Schutzherrn der fränkischen Könige und ihres Volkes. Die Reliquien wurden größtenteils im 16. Jahrhundert von Hugenotten zerstört, Reste sind in der um 1900 neugebauten Martinskirche von Tours. Sein Mantel galt als fränkische Reichsreliquie, wurde am Königspalast in Paris aufbewahrt und auf allen Feldzügen mitgeführt.
Mit der Ausdehnung des Fränkischen Reiches breitete sich der Martinskult nach Osten aus, zunächst besonders im Harz und in Thüringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die Flüchtlinge aus Schlesien den Brauch der Martinsumzüge in den Westen Deutschlands: an der Spitze des Zuges reitet "der Heilige", oft vom Bettler begleitet; dann folgen singende Kinder mit Lampions in den Händen. Der Lichterbrauch geht auf die Bedeutung Martin Luthers in Thüringen zurück: am 10. November, dem Geburtstag Luthers und Vorabend des Fests seines Namenspatrons, versammelten sich auf dem Erfurter Domplatz abends Kinder mit Papierlaternen, um des Reformators zu gedenken. Der Martinsumzug ist nun in der katholischen Kirche ein Teil der Lichtsymbolik, welche am Allerseelentag am 2. November beginnt und über Advent und Weihnachten bis Lichtmeß am 2. Februar führt.
Martin war der erste Nichtmärtyrer, der als Heiliger verehrt wurde.

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